Wie kann es eigentlich sein, dass in einem Land wie Deutschland im Jahr 2018 die Domain schönezukunft.de bis vor Kurzem noch für schlappe 9€ jährlich käuflich zu erwerben war? Schöne Zukunft !!!

Über 30 Jahre nachdem in Dortmund, Paderborn und Karlsruhe die ersten „.de“-Domains ans Netz gingen. In einer Zeit in der über 16 Millionen „.de“-Domains registriert sind, obwohl der durchschnittliche deutsche Standard-Wortschatz nur ca. 70.000 Worte umfasst. In dieser Zeit ist die Domain schönezukunft.de noch zu haben. Woran liegt das? Interessiert die Leute ihre Zukunft nicht? Oder ist nur die schöne Zukunft als solche uninteressant?

Zukunftsforscher, Zukunftsinstitute und Zukunftsvorhersager gibt es reichlich. Und alle predigen, dass WIR unbedingt JETZT etwas tun müssen, bevor es zu spät ist. Die Digitalisierung wird uns sonst alle vernichten. Oder zumindest unsere Arbeitsplätze, unsere Wirtschaft und unsere persönlichen Kontakte. Die düstere Zukunft in den buntesten Farben beschreiben. Das können WIR ganz gut.

 

Aber wer beschäftigt sich eigentlich konkret damit, was jeder EINZELNE tun könnte, um für sich und andere eine SCHÖNE ZUKUNFT zu gestalten. Das machen dann wieder doch nicht so viele. Dabei ist das ja durchaus ein ganz ansprechendes Ziel. Die meisten Leute hätten ja per se erstmal kein Problem mit einer schönen Zukunft. Zumindest hört man recht selten so Sätze wie:

“Schöne Zukunft? Nee, lass mal. Das ist mir zu hypothetisch. Reich doch bitte nochmal kurz das Glysophat rüber.”

Die Idee

Aber spulen wir doch einmal einen Moment zurück. Wie bin ich überhaupt darauf gekommen, nach der Domain schönezukunft.de zu suchen? Und was hat das konkret mit Dir zu tun? Dass Du immer noch da bist, lässt zumindest vermuten, dass Du grundsätzlich ein latentes Interesse an Deiner oder der allgemeinen Zukunft hast. Insofern bleib gerne noch ein paar Minuten länger. Die Idee, die wir vorstellen und testen möchten, könnte dich auch interessieren. Vielleicht verändert sie sogar ein kleines bisschen deine (oder unsere) Zukunft.

Alles fing damit an, dass meine Blogger-Kollegen (witzig, ich kann mich mittlerweile ohne größere innere Lachkrämpfe öffentlich als Blogger bezeichnen) Bianka und Tobias und ich uns gefragt haben, was man eigentlich konkret tun könnte, um die vielen guten Ideen, die es so auf der Welt gibt, tatsächlich in die Tat umzusetzen. Denn das muss ja auch einmal gesagt werden.

Den Schwarzmalern, die einerseits die Highspeed-Digitalisierung fordern aber andererseits nicht mal das #BGE testen wollen, stehen viele positive Initiativen mit konkreten Ideen für eine #SchöneZukunft gegenüber.

Oft weiß man gar nichts darüber, weil die großen Massenmedien solche nebensächlichen Themen noch nicht für sich entdeckt haben. Good News sind eher uninteressant. Stattdessen gibt es Katastrophen, Politik und Sport. Wer hat eigentlich der Tagesschau vorgegeben, dass es nur diese drei Themengebiete geben darf? Du glaubst nicht, dass es ganz so einseitig ist. Die Auflistung der Themen aus drei zufällig ausgewählten Tagesschauen (Ist das die korrekte Mehrzahl? Ich kuck fast nur noch Youtube und Netflix) trägt nicht dazu bei, diese Annahme zu widerlegen.

 

Tagesschau 5.5.18

US-Haftbefehl gegen Ex-VW-Chef Winterkorn, Mehr Krankmeldungen wegen Stress und Überlastung, Trump bekennt sich trotz Protesten zur Waffenlobby, Chancen auf UN-Sicherheitsratssitz für Deutschland gestiegen, Mehr als 1000 Festnahmen bei Demonstrationen gegen Putin, Zehntausende demonstrieren in Paris gegen Macrons Politik, 200. Geburtstag von Karl Marx, Nordkorea gleich Uhrzeit an Südkorea an, NASA-Landemodul „InSight“ auf dem Weg zum Mars, Fußball-Bundesliga, Die Lottozahlen, Das Wetter

Tagesschau 6.5.18

Steinmeier fordert verstärkten Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland, Unionspolitiker für mehr Druck auf Herkunftsländer von Flüchtlingen, Deutsche Post macht Arbeitsverträge von Krankentagen abhängig, Libanesen wählen neues Parlament, Trump sorgt mit Auftritt vor NRA-Waffenlobby für Empörung in Frankreich, 23 Tote nach Explosionen in pakistanischen Bergwerken, Eishockey-WM, Nürnberg bejubelt Bundesliga-Aufstieg, Tischtennis-WM, Das Wetter

Tagesschau 7.5.18

Putin legt Eid für vierte Amtszeit ab, Deutschlands Beziehung zu Russland, Regierungsbildung in Italien gescheitert, Groko-Klausur auf der Zugspitze, BVerfG lehnt Beschwerde gegen Abschiebung ab, Union fordert Wertekunde-Unterricht für Flüchtlingskinder, Arbeitskreis Steuerschätzung rechnet mit hohen Mehreinnahmen, Finanzminister Scholz kritisiert Entfristungspolitik der Deutschen Post, CDU stärkste Kraft bei Kommunalwahl in Schleswig-Holstein, Parteiloser Martin Horn wird neuer Oberbürgermeister in Freiburg, Eishockey-WM: USA gewinnen 3:0 gegen Deutschland, Das Wetter

 

Ganz ehrlich, diese Informationen helfen einem persönlich erst einmal kein Stück weiter. Was genau soll man denn damit anfangen? Man kann ein bisschen Panik haben. Man kann das doof finden. Man kann sich trefflich darüber aufregen, wenn man am nächsten Tag mit den Kollegen in der Kantine sitzt und sich ein Schnitzel für 2,99€ gönnt. Und man kann abschalten und sagen: Die Politik versteht mich sowieso nicht mehr. Ich suche mir eine andere Alternative.

Zwischen Selbstoptimierung und Gesellschaftskritik

Und da liegt der Hase im Pfefferspray vergraben. Es fehlen die Hinweise, die Ideen, die Vorschläge, wie man selbst ein bisschen dazu beitragen kann, dass es besser wird. Und zwar nicht mit dem großen Zeigefinger sondern mit der ausgestreckten Hand. Ratgeber, die einem sagen, was man alles tun muss, um eine bessere, schönere, leistungsfähigere Einzelperson zu werden, gibt es genug. Das Geschäft mit der Selbstoptimierung boomt.

Das sind nur ein paar Beispiele (und nicht unbedingt die Schlechtesten). Aber es geht eben immer darum, wie DU DEIN besseres Leben für DICH führen kannst. Nicht für die anderen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele spannende Lektüren, die sich mit dem großen ganzen beschäftigen. Wie müsste die Gesellschaft aussehen, die Wirtschaft, die Bildung?

Die Liste ließe sich endlos weiter fortführen. Aber hier fehlen oftmals die ganzen konkreten Handlungsempfehlungen. Ich bin ganz dringend der Meinung, dass wir ein komplett neues Bildungssystem benötigen und der ständige beinahe religiöse Fokus auf Wachstum nicht das Ziel einer Gesellschaft sein sollte. Aber was mache ich jetzt damit? Bestelle ich mir einfach auch einmal Schni-Po-Pi (Schnitzel, Pommes, Pils) und jammere ein bisschen mit?

Irgendwie kann ich dieser Option nicht so viel abgewinnen. Ich mag kein Bier. 

Stattdessen probiere ich hier und da mal ein bisschen etwas aus. Male mir im Kopf aus, wie die schöne Zukunft aussehen könnte, wenn alle mitmachen würden. Und dann vergesse ich die Ideen wieder. Lohnt sich ja auch nicht. So ganz allein kann man sowieso nichts ausrichten. Ich schaue weiter Tagesschau und ärger mich darüber, dass die Welt den Bach runtergeht.

Einfach mal machen

Aber damit ist jetzt Schluss, haben wir uns gesagt. Nee, Freunde, So nicht. Nicht mit uns. Da muss doch mehr gehen. Wir gehen jetzt gemeinsam los. Kleine Schritte. Und vielleicht hier und da auch erstmal zur Seite statt nach vorn. Aber wir bleiben nicht länger nur so stehen.

Wie wäre es also, wenn wir uns einfach gegenseitig kleine Aufgaben stellen. Jeder von uns recherchiert konkrete Möglichkeiten, wie man die Welt ein kleines Stück besser machen kann. Und dann schicken wir uns die Ideen gegenseitig als Wochenaufgaben. Es muss nicht einmal etwas Großes sein. Einfache Dinge, die vielleicht ein bisschen Überwindung kosten oder etwas aufwendig sind. Aber womit man etwa Gutes tut. Für sich, für seine Familie oder für jemanden völlig Fremdes.

Und wenn wir schon dabei sind. Warum sollten wir das dann nur für uns machen? Gibt ja bestimmt auch andere, die ein bisschen was für die schöne Zukunft tun möchten. 

Wäre ja eine nette Geschichte, wenn nicht nur 3 Leute mitmachen würden sondern 30 …oder 300 …oder 3.000. Jan Böhmermann zeigt mit #ReconquistaInternet gerade wie es geht.

 

Trotzdem glauben wir. dass man kein großer Politiker oder Prominenter sein muss, um etwas zu bewegen (na gut, es hilft schon, wenn man Jan Böhmermann ist). Aber wenn wirklich viele Menschen innerhalb von kurzer Zeit wirklich viele gute Dinge tun, dann kann man wirklich etwas bewegen. Und so entstand die #SchöneZukunft Challenge.

Lasst das Experiment beginnen

Wir wissen selber noch nicht genau, was gute Aufgaben sind. Wir wissen nicht genau, wieviele Leute mitmachen. Wir wissen auch noch nicht, was für eine Auswirkung es haben kann. Aber wir wissen, dass wir es ausprobieren möchten.

Wir überlegen uns jede Woche mindestens drei Aufgaben zu verschiedenen Themen und werden diese gemeinsam angehen. Am Ende der Woche schauen wir uns an, was es bewirkt hat. Waren es gute Aufgaben? Haben sie etwas gebracht? Haben andere Leute mitgemacht? Und dann noch mal. Und noch mal. Die ersten paar Wochen sind rum und ein bisschen was ist schon passiert:

 

 

 

Mach mit, mach’s nach, mach’s besser

Wie sieht es aus? Bist du dabei? Neugierig, bist du ja schon. Sonst hättest du nicht bis hier gelesen. Also meld dich einfach an. Es kostet nichts. Und wenn es doch nichts für dich ist, kannst du dich einfach wieder abmelden. Oder noch besser. Du kannst uns sagen, warum es nichts für dich ist und wir versuchen es in der Woche drauf dann besser zu machen:

Falls Du Dich noch ein bisschen mehr informieren möchtest, schau einfach auf unserer Webseite vorbei. Da findest du noch einmal alle Informationen im Überblick:

www.schönezukunft.de

Die #SchöneZukunft Challenge – Gemeinsam ist man weniger allein

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