Bedingungsloses Grundeinkommen. Basic Income. #BGE. Selten hat eine Steuerreform so sehr und so lange polarisiert, wie die Idee, dass jeder deutsche Staatsbürger monatlich einen festen Betrag von beispielsweise 1.000 Euro bedingungslos zur freien Verfügung erhält. Unabhängig vom Einkommen, vom Wohnort, vom Alter oder der aktuellen Lebenssituation.

Ja, auch der Vorstandsvorsitzende von VW. Ja, auch der faule Nachbar, der den ganzen Tag nur Playstation spielt. Ja, auch der dreifach wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte Straftäter mit Migrationshintergrund. Ja, auch die Jurastudentin, die aufgrund ihres Elternhauses kein Bafög bekommt, und deshalb eigentlich nachts und am Wochenende arbeiten gehen müsste, um ihr WG-Zimmer in München zu finanzieren. Und ja, auch Du, werter Leser!

Ich möchte mit dieser Aufzählung nicht irgendwelche unnötigen Klischees bedienen. Ich möchte lediglich den Blick etwas öffnen, für die Tragweite einer solchen Maßnahme. Ich habe das Gefühl, dass das bedingungslose Grundeinkommen in den Diskussionen immer sehr theoretisch und pauschal behandelt wird. Es gibt nur schwarz oder weiß. Entweder wird durch das BGE alles besser oder alles wird schlechter. Aber wir reden hier nicht über ein Allheilmittel.

Das #BGE wird nichts daran ändern, dass es Kriminalität, Umweltprobleme, Krankheiten, Langeweile und Liebeskummer gibt. Aber wahrscheinlich ändert es etwas daran, wie wir mit diesen Problemen umgehen. Click To Tweet

Wenn es darum geht, wie sich das BGE auf unsere Gesellschaft auswirkt, stehen für Kritiker häufig die folgenden vier Annahmen im Vordergrund:

  • Das BGE ist ungerecht
  • Das BGE ist zu niedrig angesetzt
  • Das BGE führt zu einer Einwanderungsflut
  • Durch das BGE verlieren Menschen ihre Strukturen

#DieseLeute sind nicht in der Lage das #BGE sinnvoll zu nutzen. Es werden keine gesellschaftlichen Probleme gelöst. Im Gegenteil. Es werden viele neue Probleme entstehen.

Ist das so?

Bist Du vielleicht auch unsicher, was ein bedingungsloses Grundeinkommen für unsere Gesellschaft bedeuten könnte? Oder suchst du konkrete Beispiele zur Überprüfung dieser Annahmen? Oder teilst Du diese Annahmen, bist aber trotzdem offen für einen konstruktiven Austausch. Ich wollte besser verstehen, was hinter diesen Annahmen steckt und habe mir deshalb die Frage gestellt. Was würde es für die deutsche Gesellschaft bedeuten, wenn es das bedingungslose Grundeinkommen schon gäbe? #WasWaereWenn

Annahme 1: 1.000 Euro sind viel zu niedrig angesetzt, um allen Deutschen ein gleich schönes Leben zu ermöglichen.

Diese Annahme ist absolut richtig. Mit 1.000 Euro kann sich vielleicht ein Junggeselle aus Anklam bei Greifswald in der Einliegerwohnung seiner Eltern ein schönes Leben machen. Für die vierköpfige Familie im 150 qm Penthouse im Stadtzentrum von München ist es ein bisschen knapp, wenn sie sich nicht ausschließlich von Ravioli ernähren möchte.

Aber das ist ja auch überhaupt nicht der Anspruch. Es geht nicht darum, dass die gesamte deutsche Bevölkerung ab der Einführung des BGE im Luxus schwelgen wird. Es soll lediglich das Existenzminimum gesichert werden. Und zwar das Existenzminimum im deutschen Durchschnitt und nicht das Existenzminimum am Starnberger See.

Menschen, die am Starnberger See leben möchten, wo 1.000€ monatlich für den Lebensstandard nicht ausreichen, müssen sich nach wie vor etwas dazu verdienen. Vielleicht nicht ganz so viel wie heute. Aber ganz ohne Erwerbstätigkeit wird das auch mit BGE nicht funktionieren.

Das #BGE ist keine Wohlstands-Garantie. Es dient nicht als Anreiz, um den Rest des Lebens zu faulenzen. Aber es nimmt den Menschen die Angst vor persönlichen und wirtschaftlichen Rückschlägen. Click To Tweet

Aktuell ist der Verlust eines Erwerbseinkommens für viele Menschen existenzbedrohend. Das BGE schafft eine automatische, bedingungslose Absicherung auch für den Ernstfall. Die Bereitschaft Neues auszuprobieren steigt. Ein finanzieller Rückschlag ist nicht gleichzusetzen mit dem gesellschaftlichen Abstieg in die Hartz-4-Hölle.

Und falls doch jemand das Bedürfnis verspürt, komplett auszusteigen, dann müsste er die Hängematte eben an einen Ort hängen, wo man mit 1.000€ im Monat zurechtkommt. Vielleicht eher auf dem Land als in der Stadt. Vielleicht eher östlich als westlich der Elbe. Aber gerade diesen Regionen würde es ja vielleicht auch gar nicht schaden, wenn da wieder ein bisschen mehr Leben hinkäme.  

Wieviel Geld benötigt man in Deutschland, um das Existenzmimimum zu sichern?

Der Hartz4-Regelsatz liegt bei 416€ pro Monat. Hinzu kommen die Miet- und Heizkosten, die je nach Stadt zwischen 300€ und 700€ liegen.

Wie hoch sind die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten?

München ist die teuerste deutsche Stadt. Die Lebenshaltungskosten liegen hier etwa 44% höher als im deutschen Durchschnitt.

Wieviele Menschen würden sich mit 1.000€ netto im Monat zufrieden geben?

Mehr als 90% der Deutschen würden auch mit einem BGE weiter arbeiten gehen. Der Rest würde seinen aktuellen Job aufgeben. Es ist jedoch nicht klar, ob das mit einem dauerhaften Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit gleichzusetzen ist. Irgendwann wird so ein Leben auf der Couch ja auch langweilig.

Annahme 2: Wenn sowohl die Armen als auch die Reichen genau gleich viel Geld vom Staat erhalten, ist das ungerecht.

Wie kann es ungerecht sein, wenn jeder gleich viel bekommt? Ist es nicht eigentlich ungerechter zu sagen, jemand der arbeitet bekommt nichts vom Staat und jemand der nicht arbeitet bekommt etwas? Gerechtigkeit ist keine Frage der Bedürftigkeit. Bedürftigkeit ist eine Frage der Solidarität. Es steht außer Frage, dass bedürftigen Menschen geholfen werden muss. Und wie man das tut – durch mehr Aufmerksamkeit, mehr Pflege, mehr soziale Angebote oder mehr Geld – darüber kann man selbstverständlich diskutieren. Aber bitte unabhängig vom BGE.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Maßnahme zur bedingungslosen Existenzsicherung. Egal ob es jemand nötig hat oder nicht. Nur dann ist es gerecht. Wie wäre es mit folgendem Beispiel:

Angenommen die beiden Zwillingstöchter einer Familie hätten unterschiedliche Hobbies. Bibi liest gerne. Tina bemalt gern Steine. Tina kann ein paar sehr schöne Steine auf dem Flohmarkt verkaufen und hat sich dadurch etwas dazu verdient. Das wäre doch kein Grund, Tina das Taschengeld zu kürzen. Es wäre auch kein Grund Bibi dazu zu zwingen jetzt auch Steine zu bemalen. Beide Kinder dürften weiter zu Hause wohnen und das tun, was sie erfüllt. Sie müssen sich natürlich an einige Regeln halten und ein paar  Pflichten erfüllen. Aber nur die, die notwendig sind, damit die gesamte Familie sich wohlfühlt. Der Vater käme nun nicht auf die Idee Müll ins Wohnzimmer zu schmeißen, den die Kinder wegräumen können, nur um einen Grund zu haben, ihnen ihr Taschengeld zu geben. So lange sich die Kinder an die Regeln halten, sollten sie beide das gleiche Taschengeld bekommen. Unabhängig davon, ob es ihre einzige Einnahmequelle ist.

Ja gut. Aber das sind ja Kinder. Für die gelten andere Regeln. Aber warum ist das so? Warum fühlt sich irgendjemand dazu ermächtigt, zu entscheiden, welche Art von Lebenswandel bezuschusst wird und welcher nicht. Diese Art von Bevormundung würden wir unserer Gesellschaft mit einem BGE ersparen. Warum sollten man jemanden bestrafen, der auf legalem Weg, viel Geld verdient? Aus moralischer Sicht kann man natürlich hinterfragen, wofür diejenigen ihre 1.000€ extra einsetzen, die diesen Zuschuss eigentlich nicht unbedingt benötigen. Aber das ist eine Wertediskussion und keine Gerechtigkeitsdiskussion.  

Darüber hinaus gibt es im Steuersystem bereits andere Mechanismen, die deutlich besser dafür geeignet sind, um soziale Gerechtigkeit herzustellen. Über die progressive Einkommensteuer, Vermögenssteuer und Kapitalertragssteuer tragen vermögende Personen aktuell zur sozialen Gerechtigkeit bei. Ob die Höhe dieses Beitrags angemessen ist, kann durchaus kritisch hinterfragt werden. Aber dies sind die richtigen Stellschrauben für soziale Gerechtigkeit.

Wenn wir darüber hinaus wollen, dass reiche Menschen ihr Geld wertstiftend für die Gesellschaft einsetzen, dann müssen wir das Wertesystem neu definieren. Was wäre wenn nicht der persönliche Besitz sondern der Beitrag für die Gesellschaft in Zukunft das wichtigste Statussymbol wäre.

Wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu führt, dass wir unseren Fokus verlagern können. Weg vom ich-bezogenen Existenzkampf hin zu einer wir-bezogenen, weltoffenen Gesellschaft. Weil wir nicht mehr um jeden Job, um jeden Bonus, um jedes Schnäppchen kämpfen müssten. Und weil wir plötzlich mehr Zeit hätten, uns mit genau solchen Fragen zu beschäftigen. Dann könnten wir möglicherweise genau dieses neue Wertesystem entwickeln.

Profitieren vermögende Menschen direkt vom BGE?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares: Nein. Unabhängig davon, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen über höhere Konsumsteuer, negative Einkommenssteuer oder Vermögenssteuer finanziert wird. Natürlich würden auch reiche Menschen das bedingungslose Grundeinkommen erhalten. Aber auf der anderen Seite würden sie auch in Form von Steuern stärker zur Kasse gebeten als bisher, so dass sie im Vergleich zu heute entweder ungefähr gleich viel oder gegebenenfalls minimal weniger Kaufkraft zur Verfügung hätten als bisher.

Annahme 3: Ein bedingungsloses Grundeinkommen führt dazu, dass Deutschland von Migrationsfluten überschwemmt wird.

Dies ist ein häufig zitiertes Gegenargument, welches sich mir nicht erschließt. Ich würde behaupten, dass Deutschland auch jetzt schon ein sehr lebenswertes Land ist. Laut einer Studie von BCG liegt Deutschland im internationalen Wohlfühlranking auf Platz 4. Warum rennen uns denn nicht jetzt schon die Menschen aus aller Herren Länder die Bude ein? Die Lebensbedingungen sind super. Das Wetter ist ok. Keine größeren Klimakatastrophen. Kein Diktator.

All dies sind Gründe, die Deutschland ganz unabhängig vom BGE zu einem attraktiven Einwanderungsland machen. Ein Großteil dieser Einwanderer sind Flüchtlinge, die keine lebenswerte eigene Heimat und demzufolge einfach keine Alternative mehr haben. Die großen Einwanderungsströme aus Polen, Dänemark oder Kanada bleiben aus.

Und warum genau sollte sich das ändern, nur weil es hier plötzlich monatlich 1.000€ umsonst gibt. In Alaska gibt es bereits jetzt eine Art Grundeinkommen. Warum werden die nicht von Menschenmengen überflutet? Warum bist Du eigentlich noch nicht in Alaska? Das Wetter ist da auch nicht schlechter als in Norwegen.

Vermutlich weil die Menschen keine Lust haben, für ein bisschen mehr Luxus ihre Heimat und ihre Kultur zu verlassen.

Ob mit oder ohne ein bedingungsloses Grundeinkommen. Deutschland muss sich zum Thema Einwanderung positionieren. Welche Regeln soll es geben und was soll mit diesen Regeln erreicht werden? Diese Regeln würde letztendlich auch definieren, wer das Grundeinkommen in welchem Umfang in Anspruch nehmen darf. Angenommen die Bedingung wäre, dass man seit mindestens drei Jahren einen festen Wohnsitz in Deutschland haben muss und in dieser Zeit nicht straffällig geworden sein darf. Dann würde dies gleichzeitig auch als Anreizsystem für eine nachhaltige Integration von Migranten dienen.

Müssen wir Einwanderung stärker regulieren?

Es gibt mittlerweile verschiedene Statistiken, die belegen, dass offene Grenzen und eine sehr liberale Einwanderungspolitik größtenteils positive Effekte auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Unabhängig davon muss es eine nachvollziehbare, gut begründete Regulierung geben. Für die Diskussion ums BGE ist das jedoch unerheblich.  

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https://www.youtube.com/watch?v=KcWX-GaWDSg

 

Annahme 4: Menschen die ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen, verlieren ihre Strukturen.

Lasst uns mal kurz überlegen! Kennen wir Menschen in unserem Bekanntenkreis, die gerade keine Beschäftigung haben? Ja? Und was machen die so? Autoreifen zerstechen? Tauben jagen? Tanzen die vielleicht nackt über den Ku-Damm?

Martin Oetting berichtet in seiner Kritik am BGE davon, dass er sich eine Auszeit genommen hat, in der er sich quasi selbst ein Grundeinkommen auszahlte. Und trotz dieser luxuriösen Situation fühlte er sich manchmal nutzlos. Alle seine Aktivitäten musste er selbst initiieren. Und anscheinend ist es ihm ganz und gar nicht leicht gefallen, nichts tun zu müssen.

Aber A) immerhin veröffentlichte er fast wöchentlich einen Blogartikel und hat somit rein faktisch doch einiges gemacht, nur eben nicht für Geld

Und B) hat das Jahr Auszeit für Martin Oetting interessanterweise dazu geführt, dass er schlussendlich eine enorm hohe Eigeninitiative entwickelt hat. Er beschäftigt sich nun viel kritischer mit dem Status Quo und treibt verschiedene Projekte zu den Themen Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und positivem Miteinander voran.

Wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu beiträgt, dass Menschen sich damit auseinandersetzen, wie sich das Leben auf diesem Planeten besser gestalten lässt, dann kann ich keinen Fehler erkennen. Selbst wenn diese Menschen erstmal einen Monat, ein Jahr oder ein halbes Leben brauchen, um mit dieser Freiheit umzugehen.

Natürlich wird es Menschen geben, die den Wandel von einem Leben ohne BGE zu einem Leben mit BGE aus gesellschaftlicher Sicht nicht ideal gestalten. Manche wissen mit dieser Freiheit möglicherweise nichts anzufangen oder nutzen sie nicht in dem Sinne, wie es sich der Großteil der Gesellschaft wünschen würde.

Und wenn sich dann tatsächlich einige Menschen komplett ausklinken möchten, dann werden sie das tun. Das hätten sie vermutlich auch ohne BGE. Aber immerhin müssen sie dann nicht durch die S-Bahnen rennen und Motz verkaufen oder unter Brücken schlafen oder ihre sexuellen Dienste für ein “Taschengeld” anbieten. Menschen, die aussteigen wollen, steigen aus. Dann sollen sie es doch wenigstens in Würde tun.

Wir als Gesellschaft sollten uns lieber ein paar mehr unproduktive Leute leisten und dafür weniger unsoziale. #BGE Click To Tweet

Und irgendwann wird es Menschen geben, die ein Leben ohne bedingungsloses Grundeinkommen gar nicht kennen. Das heißt, sie werden von Anfang an in einem System aufwachsen, in dem die Strukturen nicht durch die Erwerbstätigkeit vorgegeben werden. Ein System, das viele Lebenswege ermöglicht. Den klassischen Vollzeitjob genauso wie freiberufliche Tätigkeiten oder komplette Selbstversorgung. Es wird ein System sein, dass der Individualität aller Menschen Rechnung trägt und diese nicht mit Hilfe von zahlreichen Regulierungen und Sanktionen in ein Korsett zu drücken versucht, das keinen erwiesenen gesellschaftlichen Nutzen hat.

Aktuell ist das gesamte Gesellschaftssystem darauf ausgerichtet, dass jeder Mensch individuell das Beste für sich rausholt. Mit den besten Schulnoten erhält man die beste Hochschulbidlung. Mit dem besten Abschluss erhält man den besten Job. Und im besten Job arbeitet man sich dann in Vollzeit ganz individuell Jahr für Jahr hoch bis zum besten Einkommen. Ob man dieses Einkommen nun als Arzt oder Waffenfabrikant erzielt, ist im aktuellen System egal, solange man nur bitte schön mindestens 40 Jahre lange für 40 Stunden pro Woche irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Ob gesellschaftlich wünschenswert oder nicht.

Mit einem BGE würden sich die Prioritäten verschieben. Die Vollzeitbeschäftigung müsste nicht mehr das einzige Ziel der Schulausbildung sein. Stattdessen könnte man Menschen von Kindheit an beibringen, dass sie die freie Entscheidung haben, in welchen Lebensphasen sie wieviel Aufwand betreiben möchten, um den eigenen Lebensstandard zu erhöhen beziehungsweise wieviel Aufwand sie in das Wohl der Gesellschaft stecken möchten.

Was tun Menschen, die keine Erwerbstätigkeit haben?

Diese Frage brauchen wir nicht hypothetisch beantworten, weil es bereits jetzt zahllose Beispiele von Menschen gibt, die einer gesellschaftlich wertvollen Tätigkeit nachgehen, für die sie nicht bezahlt werden. In erster Linie Mütter, Hausfrauen, Ehrenamtler, Künstler und Amateursportler. Wie Moritz Neumeier in seinem einerseits sehr informativen und andererseits sehr unterhaltsamen Beitrag zeigt, hätten all diese Personen nun ein offzielles Einkommen für ihre gesellschaftlich wertvolle Tätigkeiten:

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https://www.youtube.com/watch?v=0De62ZFgTKQ

 

Kein BGE ist auch keine Lösung

Es wird oft behauptet, dass sich in der Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen zwei Menschenbilder gegenüber stehen. Auf der einen Seite die Befürworter, die ein sehr positives Menschenbild haben. Und auf der anderen Seite die Kritiker, die der Menschheit eher pessimistisch gegenüber stehen.

Ich persönlich glaube, dass das Menschenbild in dieser Diskussion eigentlich egal ist. Letztendlich sind alle Annahmen zum Grundeinkommen rein hypothetisch. Sicherlich zum Teil abgeleitet aus Beobachtungen, Studienergebnissen oder einfach Common Sense. Aber in letzter Konsequenz trotzdem hypothetisch. Der wirkliche Unterschied besteht also nur zwischen denen, die bereit sind diese Annahmen zu überprüfen und denjenigen, die das nicht möchten.

Ich gehöre zu denen, die alles dafür tun möchten, um diese Annahmen zu prüfen. Denn nur so können wir wirklich und tatsächlich herausfinden, was wäre, wenn es in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe. Wie ist eure Meinung. Wie stellt du dir eine lebenswerte Zukunft vor. Wenn Du noch fünf Minuten Zeit hast, nimm doch gerne kurz teil an diesem kurzen Zukunftsdialog.

 

 

Ruiniert ein bedingungsloses Grundeinkommen unsere Gesellschaft – Was wäre wenn die BGE-Kritiker falsch liegen?
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10 thoughts on “Ruiniert ein bedingungsloses Grundeinkommen unsere Gesellschaft – Was wäre wenn die BGE-Kritiker falsch liegen?

  • 3. April 2018 at 10:25
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    Ich finde ein wenig enttäuschend, dass Ihr mein vielleicht schwächstes Argument herausgepickt habt. In meinem Text werden deutlich essenziellere Probleme des BGER behandelt als die Frage, ob man ohne feste Struktur im Tag glücklich werden kann. Letzteres halte ich für schwierig, aber nicht für einen wirklich zentralen Grund gegen das BGE.

    Reply
  • 3. April 2018 at 11:25
    Permalink

    Hallo Martin,

    genau genommen habe ich versucht auf drei von den von dir beschriebenen Annahmen einzugehen (Höhe: würdevolles Leben, Die Illusion von der Freiheit und die Illusion von Gleichheit). Ich habe mich auch mit den anderen, die Wirtschaft betreffenden Argumenten beschäftigt und sehe auch hier zumindest diskussionswürdige Annahmen. Aufgrund des Umfangs habe ich mich erstmal nur auf die gesellschaftlichen Aspekte bezogen. Ich möchte demnächst auf jeden Fall auch noch einmal auf die wirtschaftlichen Aspekte eingehen.

    Mich würde aber tatsächlich interessieren, ob Deine Meinung sich im letzten Jahr gar nicht geändert hat. Zumindest was die Entwicklung, die du auf deinem Blog beschreibst, angeht, scheint dein persönliches BGE ja einige sehr positive Effekte ausgelöst zu haben.

    Viele Grüße,
    Gregor.

    Reply
  • 5. April 2018 at 7:50
    Permalink

    Hallo Gregor,

    Ja so ein BGE hätte schon was. Die vier Kritikpunkte die du gewählt hast, waren auch für mich nie wirkliche Gegenargumente. Danke für deine Ausführungen. Der Vergleich mit dem Taschengeld gefällt mir besonders gut.

    Der grösste Kritikpunkt ist nach meiner Wahrnehmung die Finanzierbarkeit. Hier gibt es unterschiedliche Modellrechnungen von Befürwortern und Kritikern. Keine hat mich überzeugt. Das ist für mich wie ein Businesscase im Projekt. Eine Wette auf die Zukunft. Bastian Wilkat hat dazu eine gute Perspektive:
    https://medium.com/@bastianwilkat/die-egal-wer-recht-hat-gesellschaft-cd8f6d8d3da5

    Die Antwort für mich: Lean Startup. Lasst uns Experimente machen (passiert ja teilweise schon), Lernen und anpassen und dann die nächstgrößere Stufe starten. Ich tippe mal wir kommen sogar schneller zum Ziel als auf dem „klassischen“ politischen Weg.

    Tobias

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  • 8. April 2018 at 0:22
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    Hallo Tobias,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Die Finanzierbarkeit ist natürlich auch ein beliebtes Gegenargument, was sich allerdings nicht auf die gesellschaftlichen Auswirkungen sondern auf die Wirtschaftlichkeit an sich bezieht. Dazu ließe sich trefflich ein weitere Artikel schreiben.

    Für mich persönlich bringt es der Satz von Moritz Neumeier im Video auf den Punkt: „Wenn wir als Gesellschaft das BGE wollen, dann werden wir einen Weg finden es zu finanzieren.“ Hat bei der Einführung der Renten, der Finanzierung von militärischen Aktionen oder der Bankenkrise ja auch funktioniert. Das Problem ist ja auch nicht, wie vor 100 Jahren, dass es nicht genügend Güter in Deutschland gibt, um jedem die Existenz (Wohnraum, Verpflegung, Transport, Bildung, Kommunikation) zu ermöglichen, sondern dass wir aktuell keinen Weg haben, die notwendigen Mittel unabhängig von Erwerbsarbeit (oder Hartz4) zur Verfügung zu stellen.

    Im letzten Punkt stimme ich absolut mit dir über ein. Praktische Erfahrungen sind immer wertvoller als theoretische Annahmen. Je mehr Tests, Daten und Erfahrungsberichte es gibt, desto besser werden wir verstehen, worauf es ankommt. In diesem Zusammenhang auch noch einmal vielen Dank für den Link. Ein interessanter Gedanke…

    Reply
  • 24. April 2018 at 9:20
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    Die Meinungen dazu gehen ja schon seit Jahren in die unterschiedlichsten Richtungen. Natürlich wäre eine Umsetzung nicht von heute auf morgen möglich, aber ich glaube, dass das ganze eine Chance verdient hätte.

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  • 17. Juli 2018 at 15:47
    Permalink

    zum Thema Finanzierbarkeit – das BGE finanziert sich zum größten Teil selber wodurch – ganz einfach durch die steuerlichen Mehreinnahmen – die Menschen haben mehr geld in der Tasche – das sie ja auch wieder ausgeben wenn eine Person nur 1300 euro verdient muss sie schon überlegen was kaufe ich mir habe ich aber 1000 euro mehr in der Tasche dann gebe ich automatisch mehr Geld aus weil ich mir mehr leisten kann und wer profitiert davon – Vater Staat durch die Mehrwert – Öko- Luxussteuer -Die Wirtschaft durch höhere Kaufkraft wird mehr verkauft muss auch mehr produziert werden – nur zur Info wir bräuchten viel weniger Personal bei Arbeitsämtern und auch Hartz 4 stellen bräuchte keiner mehr – weniger Personal mehr Geld für den Staat

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