Zu allererst einmal vielen Dank an @Chr15t0phT, der mich auf den Tweet für meinen heutigen #ImproBlog aufmerksam gemacht hat. Es handelt sich um den folgenden Aufruf von Dr. Karin Kelle-Herfurth

Ich tue mir ja immer etwas schwer, wenn es darum geht, etwas Sinnvolles zum Thema Digitalisierung beizutragen. Entweder wurde das, was man sagen möchte, schon zweiunddrölfzig mal in allen einschlägigen Medien hoch und runter gedudelt (#wirhabendiedigitalisierungverschlafen). Oder man geht so tief in die technischen Details, dass es für 95% der Leute überhaupt nicht interessant ist.

Digitalisierung oder genauer die digitale Transformation ist generell ein Thema, was für mich schwer greifbar ist. Als ich vor fast 20 Jahren meine berufliche Karriere als Praktikant in einer Musikvideoproduktion begann, da hatte Digitalisierung noch eine sehr konkrete Bedeutung. Damals ging es darum, dass das für die Musikvideos gedrehte, analoge Filmmaterial auf digitale DigiBeta Tapes überspielt wurde, um dann auf die Videoschnitt-PCs übertragen zu werden.

Mit dem, was heute unter Digitalisierung verstanden wird, hat das eigentlich nichts mehr zu tun. Interressant dabei ist übrigens, dass es im Englischen zwei verschiedene Begriffe gibt. Digitization ist das, was ich soeben beschrieben habe. Der Prozess, in dem ein analoges Medium in ein digitales Medium überführt wird. Digitalization hingegen ist das, was heute im Allgemeinen unter dem Begriff Digitalisierung verstanden wird. Der Prozess, in dem eine analoge Gesellschaft in eine digitale Gesellschaft überführt wird.

Was genau diese Digitalization nun für Unternehmen, die Menschen und die Gesellschaft bedeutet, kann wohl keiner so richtig definieren. Es wird oft über sinkende Grenzkosten geredet (alles, was digital ist, lässt sich so gut wie kostenlos unendlich reproduzieren und verbreiten). Es geht oft um Effizienzen. Es geht um Agilität. Es geht ein Stück weit auch um die Angst vor Veränderung. Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn jahrelang etabliert Paradigmen, plötzlich nicht mehr gesetzt sind. Wie gehen wir damit um, dass Algorithmen Aufgaben übernehmen, für die manche Menschen bislang Ewigkeiten studiert haben. Was heißt es für unsere Gesellschaft und unsere Politik, dass sich Informationen ungefiltert und ohne Verzögerung beliebig verbreiten lassen? Wie werden wir die Probleme der kommenden Jahre bewältigen, die wir heute noch gar nicht kennen?

Wenn ich mir alle diese Fragen anschaue und das mit den Erfahrungen aus fünf Jahren Innovationsberatung vergleiche, dann gibt es für mich letztendlich doch noch eine zentrale Erkenntnis.

Ich glaube, dass Theorie und Planung allein uns nicht weiterbringen werden. Wir müssen uns die Hände schmutzig machen. Wir müssen auf die Nase fallen. Wir werden wieder aufstehen. Und dann werden wir es nochmal probieren. Und irgendwann, ohne dass wir es richtig merken, ist Digitalisierung kein Thema mehr. Digital Transformation accomplished. Aber bis dahin werde ich mich an meine ganz persönliche Grundeinstellung zur Digitalisierung halten:

„Digitalisierung kann man nicht planen - aber mit angemessenen Freiräumen für Exploration und Experimente können wir sie gestalten.“ Click To Tweet

Dieser Beitrag ist im Rahmen der #ImproBlog Challenge entstanden. Jeden Tag nehme ich mir einen Tweet vor und kommentiere diesen innerhalb von 10-15 Minuten (ja liebe #10minBlog Mitstreiter, ich brauche doch immer einen Moment länger habe ich gemerkt, aber im Herzen bin ich bei euch.) Wenn euch, liebe Leser, das Format gefällt: eine Liste mit allen anderen #10minBlog Twitteraccounts findet ihr hier.

Im gestrigen #ImproBlog habe ich darüber nachgedacht, ob die Bezeichnung „Karrierebremse“ für Kinder (egal in welchem Kontext) angemessen ist. Spoiler: Ich glaube nicht.

#ImproBlog – Digitalisierung (Enjoy the Hype)
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